Chronik der Jugendarbeit
Die Förderung der Jugend war von Beginn an ein besonderes Anliegen des Clubs. Bereits in der Gronauzeit waren besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt des Vorstandes auf die Jugendarbeit gerichtet. Pro Jahr erhielten damals etwa 20 Mädchen und Jungen eine Förderung durch den Club, und zwar sowohl mit Einzel- als auch Gruppentraining. Bei Jugendturnieren zahlte sich das bald aus.
In unserem Club wurde schon damals nicht nur von Jugendarbeit geredet, sondern gehandelt. Es gab zu dieser Zeit noch das System der „Patenschaften“, die von erwachsenen Clubmitgliedern für die Jugendlichen übernommen wurde. Den „Paten“ oblag es, „ihre“ Jugendlichen sportlich voran zu bringen und in die Clubgemeinschaft einzuführen. Der erste engagierte Jugendleiter war Herr Solbach.
Im Rahmen der Patenschaften wurden die Jugendlichen zu Auswärtsspielen begleitet. Die „Paten“ sollten den Mädchen und Jungen sportliches Verhalten vermitteln. Siegeswille ist unerlässlich für den Erfolg, war die Devise, doch sportlich faire Einstellung geht vor. Schiedsrichterentscheidungen akzeptieren, maulen und schreien gehört sich für einen Tenniscrack nicht, erst recht nicht das Werfen des Tennisschlägers, das waren die einfachen Ziele. Für den Paten war es schönster Lohn, wenn sein Schützling sportlich Fortschritte machte und sogar einmal Clubmeister wurde. Wenn unsere Asse dann von Vereinen abgeworben wurden, die Geld für den Tenniserfolg hinblätterten, so blieb der Wunsch, dass die im TC Blau-Gold erhaltene Förderung in Erinnerung geblieben ist und an andere Jugendliche weitergegeben wurde.
Nach dem Umzug in den Tannenbusch zählte der Club bereits 1969 rund 75 erwartungsfrohe und begeisterte Nachwuchsspieler. Heute hat der Club rund 90 jugendliche Mitglieder. Über viele Jahre zeichneten Wolfgang Haus und Monika Stech verantwortlich für die Arbeit mit unserer Jugend. Monika Stech wurde mit der Silbernen Clubnadel für ihren besonderen Einsatz und ihr „gutes Händchen“ im Umgang mit dem Nachwuchs gedankt. Wenn es heute im Vorstand einmal zu Diskussionen über dieses und jene Verhalten von Jugendlichen im Tennis-Club kommt, so haben sie entschiedene Fürsprecher in den Jugendwarten und Sportwarten.
Unser Club bietet seinen Jugendlichen ganzjährig, also auch im Winter in der Halle, ein Jugendtraining durch unseren Trainer an. Mehr als die Hälfte der Kosten trägt der Club, so dass der Elternanteil kostengünstig gehalten wird. Meldegebühren für Jugendliche bei Kreismeisterschaften, Einladungsturnieren und Jugendclubmeisterschaft trägt der Club. Er „sponsort“ auch das bei Medenspielen üblicherweise von der gastgebenden Mannschaft zu übernehmende gemeinsame Essen.
Ein ehernes Prinzip unserer Nachwuchsförderung ist es, aus Vereinsmitteln keine kurzfristigen sportlichen Erfolge durch „gekaufte“ Tenniscracks zu fördern. Als der Bonner General-Anzeiger am 21. September 1981 berichtete, die 1. Herrenmannschaft des TC Blau-Gold, das Erfolgsteam, sei auseinandergefallen, lag die Ursache nicht in unerfüllten finanziellen Erwartungen, sondern im Wunsch der Spieler nach neuen Herausforderungen. Die damalige finanzielle Förderung erfolgte nicht, wie manche Mitglieder argwöhnten, aus der Vereinskasse, sondern ausschließlich über für diese Mannschaft zweckgebundene Beiträge finanzkräftiger Mitglieder.
Die Erfolge unseres Nachwuchses im Jahr 2000 sind aus dieser Sicht noch höher zu bewerten. Die Junioren sind nämlich in die 2. Verbandsliga und die Knaben 14 in die 2. Bezirksliga aufgestiegen. Herzlichen Glückwunsch.
